{"id":4368,"date":"2020-09-23T14:36:52","date_gmt":"2020-09-23T12:36:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.huntingher.com\/?p=2627"},"modified":"2020-09-23T14:36:52","modified_gmt":"2020-09-23T12:36:52","slug":"parental-leadership-soziale-und-kommunikative-kompetenz-in-der-fuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/huntingher.com\/en\/parental-leadership-soziale-und-kommunikative-kompetenz-in-der-fuehrung\/","title":{"rendered":"Parental-Leadership: Soziale und kommunikative Kompetenz in der F\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce_rsce_articleintro block\">\n<p><strong>Elternschaft f\u00f6rdert St\u00e4rke, Priorit\u00e4t, Strukturierung und kommunikative Kompetenz unter schweren Bedingungen. Unternehmen sollten erkennen und f\u00f6rdern, dass ein Transfer der gelebten F\u00fchrungskompetenzen aus dem Familienleben in den gesch\u00e4ftlichen Lebensbereich gewinnbringend f\u00fcr das Unternehmen ist.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"ce_text block\">\n<p>Die Basis meiner Arbeit ist die Auffassung, dass es nicht reicht, Manager und Mitarbeiter auf Grund ihrer fachlichen Kompetenzen eine F\u00fchrungsposition mit Personalverantwortung zu \u00fcberantworten. (Angehende) F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten unbedingt sensibilisiert werden f\u00fcr die komplexe Umsetzung sozialer Skills, empathischer, emotionaler und kommunikativer Kompetenzen, die in ihrer F\u00fchrungsposition unabdingbar sind.<\/p>\n<p>In der heutigen \u201eVUCA-Welt\u201c (VUCA ist ein Akronym, das sich auf \u201eVolatility\u201c (Volatilit\u00e4t), \u201eUncertainly\u201c (Unsicherheit), \u201eComplexity\u201c (Komplexit\u00e4t) und \u201eAmbiguity\u201c (Mehrdeutigkeit) bezieht. Damit werden vermeintliche Merkmale der modernen Welt beschrieben.) ist die bewusste, pr\u00e4gende, pers\u00f6nliche Einstellung (das \u201eMindset\u201c) und der bewusste Umgang mit Emotionen (den eigenen und den der Stakeholder) und die daraus resultierende Kommunikation sowie dann letztlich folgerichtig umzusetzende ganzheitliche Handeln der wesentliche essentielle Faktor, um authentisch, komplex und nachhaltig erfolgreich zu sein.<\/p>\n<p>Eltern haben, meiner Meinung nach, au\u00dferordentliche \u201eFamili\u00e4re Kompetenzen\u201c sozialer, empathischer, emotionaler und kommunikativer Natur, die sie mittels Best Practise effektiv und nachhaltig in ihre Arbeit in ihren Unternehmen einbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Meine Frage daher: Sollten sie deshalb nicht \u00f6fter F\u00fchrungskr\u00e4fte sein?<\/p>\n<h3>Emotionale Bindung an das Unternehmen<\/h3>\n<p>Schauen wir uns erst einmal an, warum diese so genannten \u201eweichen Kompetenzen\u201c so essentiell wichtig sind f\u00fcr modernes Leadership.<\/p>\n<p>Der Gallup Engagement Index zeigt regelm\u00e4\u00dfig auf, dass die wenigsten Mitarbeiter wegen ihres Gehalts, oder anderer \u00e4u\u00dferer Faktoren k\u00fcndigen. Die meisten k\u00fcndigen wegen ihrer Vorgesetzten; und haupts\u00e4chlich das Verhalten der direkten F\u00fchrungskraft, bestimmt den Grad der Mitarbeiterbindung.<\/p>\n<p>Der Gallup- Engagement Index zeigt weiterhin deutlich, dass ein Gro\u00dfteil der Arbeitnehmer im Laufe ihrer Karriere innerlich k\u00fcndigen. Sie besitzen keine Bindung (mehr) zum Unternehmen. Der Anteil der emotional hochgebunden Arbeitnehmer ist laut Gallup in Deutschland (nach wie vor) auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Nur 15 % der Besch\u00e4ftigten (Gallup 2018) weisen hierzulande eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber auf und gehen ihrer Arbeit mit Hand, Herz und Verstand nach. Drei von vier Besch\u00e4ftigten machen lediglich Dienst nach Vorschrift (71 %). Nach j\u00fcngsten Berechnungen verursacht die innere K\u00fcndigung von Mitarbeitern dabei einen j\u00e4hrlichen, volkswirtschaftlichen Schaden von bis zu 103 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Neben der Bindung zum Unternehmen, entscheidet ma\u00dfgeblich die Unternehmenskultur \u00fcber den wirtschaftlichen Erfolg.<\/p>\n<p>Die aktuelle Untersuchung zeigt zudem, dass Mitarbeiter, die ihrem Unternehmen ein hohes Ma\u00df an Agilit\u00e4t zuschreiben, auch deutlich h\u00e4ufiger an dieses emotional hochgebunden sind und es f\u00fcr die Zukunft als wirtschaftlich gut aufgestellt sehen.<\/p>\n<p>\u201eAgilit\u00e4t zahlt sich doppelt aus. Es verbessert einerseits die zuk\u00fcnftige wirtschaftliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit, da die Unternehmen schneller handeln, effizienter arbeiten und mutiger sind, Neues zu wagen.\u201c (Marco Nink; Regional Lead Research &amp; Analytics EMEA bei Gallup).<\/p>\n<p>\u201eAndererseits weisen Arbeitnehmer aus agilen Unternehmen auch eine h\u00f6here emotionale Bindung auf.\u201c Das ist in Zeiten von Fachkr\u00e4ftemangel und dem radikalen Wandel der Arbeitswelt wirklich nicht zu untersch\u00e4tzen. Demzufolge sind bei agilen Unternehmen 43 % der Befragten emotional hochgebunden, w\u00e4hrend es bei nicht agilen Unternehmen nur sechs Prozent sind. Besch\u00e4ftigte, die ihrem jeweiligen Arbeitgeber Agilit\u00e4t zuschreiben, stufen ihn nach Zahlen der Gallup-Experten als deutlich besser f\u00fcr die Zukunft aufgestellt ein, als Arbeitnehmer aus als nicht-agilen beurteilten Unternehmen.<\/p>\n<p>Die Berater von Gallup definieren acht Komponenten, die f\u00fcr Agilit\u00e4t eine besondere Rolle spielen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wissensaustausch<\/li>\n<li>Kooperationswille<\/li>\n<li>Fehlerkultur<\/li>\n<li>Geschwindigkeit bei der Entscheidungsfindung<\/li>\n<li>Innovationsf\u00e4higkeit<\/li>\n<li>Empowerment<\/li>\n<li>Simplizit\u00e4t&#8230; sowie die F\u00f6rderung neuer Technologien.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unternehmen, die auf einen agilen \u201eMindset\u201c, das bedeutet, eine agile Einstellung, agile Arbeitsprozesse sowie moderne Arbeitsmittel setzen, scheinen auch wirtschaftlicher erfolgreicher zu sein als ihre Konkurrenz. \u00a0So haben die Mitarbeiter aus agilen Unternehmen Vertrauen in die finanzielle Zukunft ihres Betriebes.<\/p>\n<p>Ein gutes \u201eMindset\u201c braucht jedoch gute F\u00fchrung.<\/p>\n<p>Und da schlie\u00dft sich der Kreis zu den f\u00fcr eine F\u00fchrungskraft erforderlichen Kompetenzen.<\/p>\n<p>Diese Kompetenzen bringen Eltern mit, weil sie sie in ihrer Familie erwerben, ausbauen und leben. (siehe unten).<\/p>\n<p><strong>Warum haben Eltern diese Kompetenzen?<\/strong><br \/>\n<strong>Warum Parents for Leadership?<\/strong><\/p>\n<p>Wo liegen die Parallelen zwischen diesen dringend in der F\u00fchrung ben\u00f6tigten und den \u201efamili\u00e4ren Kompetenzen\u201c von Eltern?<\/p>\n<p>Eventuell erfahren Sie nun gar nichts bahnbrechend Neues. Ich w\u00fcrde mich jedoch freuen, wenn es mir gel\u00e4nge, Sie f\u00fcr die Reflexion Ihrer pers\u00f6nlichen Situation zu sensibilisieren.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Sie dazu ermuntern, f\u00f6rderliche Einstellungen und Verhaltensweisen in Ihren Familien- und Managementalltag zu transferieren.<\/p>\n<h3>Selbstreflexion:<\/h3>\n<ul>\n<li>\u201eWie gehen Sie mit Ihren Kindern um. Wie verhalten Sie sich in der Familie?\u201c<\/li>\n<li>\u201eWelche dieser Verhaltensweisen k\u00f6nnen Sie auf den Umgang mit Ihren Mitarbeitern \u00fcbertragen?\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich vermute, dass Ihnen \u00e4hnliche Antworten wie diese einfallen:<\/p>\n<ul>\n<li>Als Elternteil handle ich flexibel situations- und personenbezogen. Das wird auch als F\u00fchrungskraft von mir verlangt.<\/li>\n<li>Als Elternteil finde ich durch Empathie Zugang zu meinem Kind. Indem ich mich mitf\u00fchlend in seine Lage versetze, gewinne ich auch an N\u00e4he zu meinem Mitarbeiter.<\/li>\n<li>Als Elternteil bin ich \u201cCoach\u201c meines Kindes: F\u00f6rderer, Berater, Trainer und Kritiker zum Beispiel. Diese Rollen habe ich auch als F\u00fchrungskraft inne.<\/li>\n<li>Als Elternteil nehme ich meine Kinder ernst, liebe sie, nehme mir Zeit f\u00fcr sie, beobachte sie, nenne sie beim Namen, schaffe ihnen ein Umfeld, in dem sie gedeihen k\u00f6nnen. Ich lasse Fehler zu, freue mich \u00fcber ihre Erfolge und vieles mehr. Wenn ich dies entsprechend auch im Hinblick auf meine Mitarbeiter lebe, entsteht zwischenmenschliche N\u00e4he, mithin eine gute Basis f\u00fcr gemeinsamen, gesch\u00e4ftlichen Erfolg.<\/li>\n<li>Als Elternteil bin ich Vorbild. Meine Kinder nehmen mich als solches Ernst, wenn ich in meiner Vorbildrolle authentisch und glaubw\u00fcrdig bleibe. Meinen Mitarbeitern vermittle ich mit diesen Attributen \u201enat\u00fcrliche Autorit\u00e4t\u201c.<\/li>\n<li>Als Elternteil bin ich nie perfekt. Mein Kind erwartet das auch nicht. Ich erwarte es auch nicht von mir selbst. Wenn ich mir stets ein Optimum an Spitzenleistung abverlange, beziehungsweise den Anschein vermitteln m\u00f6chte, es zu tun, wirke ich unglaubw\u00fcrdig. Auch meine Mitarbeiter wissen, dass kein Mensch perfekt sein kann.<\/li>\n<li>Als Elternteil bem\u00fche ich mich stetig um Verbesserungen zum Wohle des Kindes. Als F\u00fchrungskraft wei\u00df ich, dass Verbesserungen, die meinen Mitarbeitern zu Gute kommen, im direkten Zusammenhang mit der Arbeitsmotivation und damit dem Unternehmenserfolg stehen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Selbstreflexion als kontinuierlicher Verbesserungsprozess<\/h3>\n<p>Das stete Bem\u00fchen um Verbesserung ist eine der wichtigsten Schl\u00fcsselqualifikationen im Reigen der F\u00fchrungskompetenzen. Wenn ich etwas bewegen will, muss ich mich selbst auch bewegen.<\/p>\n<p>Es macht keinen Unterschied, ob Sie diese Erkenntnis in Bezug auf Ihre pers\u00f6nliche Weiterentwicklung, Ihre Art der Kindererziehung oder Ihre Prinzipien bei der Mitarbeiterf\u00fchrung setzen. \u00a0Es handelt sich immer um einen kontinuierlichen Prozess. Es handelt sich um einen Weg, an dessen Anfang die Reflexion \u00fcber die eigene Person.<\/p>\n<p>F\u00fchrung lernt man nicht wirklich in der Ausbildung, im Studium. Wenn man jedoch aufmerksam sich und sein Denken, F\u00fchlen, Reden und Handeln reflektiert, kann man F\u00fchrung jedoch sehr wohl in der Familie lernen und weiterentwickeln \u2013 und dann mittels Best Practise auf seine Rolle im Unternehmen \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Mutterschaft \/ Elternsein ist eine Verantwortung, die Menschen entwickelt, emotionale Belastbarkeit und Lebenserfahrung bietet und die F\u00e4higkeit aufbaut, in Fragen nuanciert auszusehen, damit bessere Entscheidungen getroffen werden k\u00f6nnen. St\u00e4rke, Priorit\u00e4ten setzen und Strukturierung unter schweren Bedingungen sind zus\u00e4tzliche zu nennende Kompetenzen, die Eltern mitbringen.<\/p>\n<p>Unternehmen achten \u2013 wenn sie Elternschaft anerkennen &#8211; mehr auf die authentische, reife Pers\u00f6nlichkeit, die Kompetenzen, das \u201eMindset\u201c und den festen Willen ihrer Mitarbeiter.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elternschaft f\u00f6rdert St\u00e4rke, Priorit\u00e4t, Strukturierung und kommunikative Kompetenz unter schweren Bedingungen. Unternehmen sollten erkennen und f\u00f6rdern, dass ein Transfer der gelebten F\u00fchrungskompetenzen aus dem Familienleben in den gesch\u00e4ftlichen Lebensbereich gewinnbringend f\u00fcr das Unternehmen ist. 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