{"id":2709,"date":"2020-10-07T16:32:22","date_gmt":"2020-10-07T14:32:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.huntingher.com\/?p=2709"},"modified":"2023-02-01T13:54:07","modified_gmt":"2023-02-01T12:54:07","slug":"parental-coaching-was-koennen-chefs-von-ihren-frauen-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/huntingher.com\/en\/parental-coaching-was-koennen-chefs-von-ihren-frauen-lernen\/","title":{"rendered":"Family Business Coaching: Welche Skills k\u00f6nnen Chefs von ihren Frauen lernen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Beitrag von Dr. Stephanie Robben-Beyer<\/strong><\/p>\n<p>Sie sind aufgabenorientiert, betriebs-, und volkswirtschaftlich fundiert ausgebildet und nat\u00fcrlich technisch h\u00f6chst versiert. Manchmal fehlt Ihnen jedoch im Unternehmens-Alltag und speziell in der F\u00fchrung Ihrer Mitarbeiter ein <strong>entscheidender Hebel<\/strong>, um neben dem Umsetzen Ihres eigenen Wissens und Ihrer Begabungen auch <strong>Ihre Mitarbeiter zu sehr guten Arbeitsergebnissen zu<\/strong> <strong>motivieren<\/strong> und generell eine<strong> konstruktive Arbeits-Atmosph\u00e4re<\/strong> zu schaffen. Sie wissen, dass der mangelnde Einsatz von <strong>emotionaler und sozialer<\/strong> <strong>Kompetenz<\/strong> Defizite in der Mitarbeiter-F\u00fchrung zur Folge hat.<\/p>\n<p>Die weitere Konsequenz daraus: die <strong>leistungsf\u00f6rdernde Inspiration und<\/strong> <strong>Motivation<\/strong> Ihrer Mitarbeiter wird gehemmt. Literatur zum Thema \u201eF\u00fchrung\u201c hat Sie dahingehend jedoch nicht wirklich weitergebracht. Das darin abstrakt dargebotene Wissen konnten Sie nicht individuell auf sich und Ihre Situation im Unternehmen \u00fcbertragen. Schauen Sie darum einmal <strong>konkret <\/strong>zu, wie Ihre Frau zu Hause <strong>kommuniziert. Reflektieren<\/strong> Sie deren Verhalten und die Konsequenzen daraus. \u00dcberlegen Sie, was Sie pers\u00f6nlich davon f\u00fcr Ihr <strong>Denken, F\u00fchlen, Reden und Handeln<\/strong> \u00fcbernehmen k\u00f6nnen und wollen. <strong>\u201eBest practise<\/strong>\u201c aus Ihrem Familien-Alltag f\u00fcr Ihren Unternehmens-Alltag.<\/p>\n<p><em>Zwei Beispiele:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><strong>\u201eUnangenehme Gespr\u00e4che\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Am Freitagnachmittag sitzen Sie mit Ihrer Familie zusammen, um \u00fcber das bevorstehende Wochenende zu sprechen. Ihr pubertierender Sohn sitzt neben Ihnen. W\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs f\u00e4llt Ihnen auf, dass er unangenehm nach Schwei\u00df riecht. Er hat wohl nach dem Sport-Training nicht geduscht und sich so zu Ihnen gesetzt. Sie und Ihre Frau schauen sich an. Sie denken wohl das Gleiche. Sie zucken mit den Schultern. Ihre Frau z\u00f6gert einen Augenblick und spricht Ihren Sohn dann an. \u201ePhilipp, lass uns bitte mal kurz in die K\u00fcche gehen.\u201c Philipp schaut erstaunt, geht jedoch mit seiner Mutter in die K\u00fcche.<\/p>\n<p>Dort spricht Ihre Frau Philipp an: \u201eMein Gro\u00dfer, ich m\u00f6chte dir sagen, dass mir etwas an dir aufgefallen ist.\u201c Sie sucht den Blickkontakt zu Philipp, um zu deuten, ob er einverstanden ist. \u201eIn den letzten Wochen riechst du h\u00e4ufig nach Schwei\u00df. Ich vermute, dass dir das selbst nicht auff\u00e4llt. Ich glaube, dass das auch deinen Freunden, Lehrern, den M\u00e4dchen in der Schule oder anderen unangenehm auff\u00e4llt. Da ich denke, dass du das nicht m\u00f6chtest, mache ich dich darauf aufmerksam.\u201c Philipp schaut erschrocken, hebt sofort seine Arme und pr\u00fcft, ob seine Mutter Recht hat. \u201eIgitt. Mensch, Mama. Danke! Menno, dass ich das nicht selber rieche, wie doof ist das denn? Gecheckt. Ich dusch jetzt mal.\u201c Ihre Frau kommt zur\u00fcck an den Tisch, Ihr Sohn geht ins Bad.<\/p>\n<p><strong>Erkenntnis:<\/strong><\/p>\n<p>Ihre Frau hat gerade weil es sich um ein unangenehmes Thema handelt, Philipp behutsam zur Seite genommen. Im Zweiergespr\u00e4ch hat sie der Thematik die Brisanz genommen und Philipp konnte sein Gesicht waren. Philipp kann in Zukunft entspannt seinen Freunden \/ anderen Menschen begegnen. Er duscht nun bewusst regelm\u00e4\u00dfig und gibt somit anderen Menschen in dieser Hinsicht keinen Grund \u201ehinter seinem R\u00fccken\u201c zu reden. Er f\u00fchlt sich sicher und tritt selbstbewusst auf. Sie reflektieren, dass Sie schon l\u00e4nger dar\u00fcber nachdenken, einen Ihrer Mitarbeiter anzusprechen. Sie glauben, in seiner N\u00e4he regelm\u00e4\u00dfig einen Alkoholgeruch wahrzunehmen. Auch ist Ihnen zu Ohren gekommen, dass einige Mitarbeiter in der Kaffeek\u00fcche dar\u00fcber gesprochen haben. Sie erkennen, wie behutsam und damit erfolgreich Ihre Frau mit Ihrem Sohn ein \u201eunangenehmes Gespr\u00e4ch\u201c gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>An ihrer Vorgangsweise wollen Sie sich orientieren und bei n\u00e4chster Gelegenheit mit dem betreffenden Mitarbeiter sprechen. Sie hoffen, damit auch Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse als Vorgesetzter an Ihren Mitarbeitern zeigen zu k\u00f6nnen und dem Mitarbeiter damit Unterst\u00fctzung zu signalisieren. Nimmt dieser Ihre Hilfe an, haben Sie damit voraussichtlich auch ein St\u00fcck zum Erhalt seiner Leistungsbereitschaft und \u2013kraft beigetragen. Ein somit zielf\u00fchrendes \u201eunangenehmes Gespr\u00e4ch\u201c auch im Hinblick auf den Erfolg Ihres Unternehmens.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>F\u00fcrsorge-Pflicht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Samstagmorgen sitzen Sie alle gemeinsam am Fr\u00fchst\u00fcckstisch. Sie und Ihre Frau lesen die Zeitung. Ihre Tochter, 15 Jahre alt, r\u00fchrt in ihrem M\u00fcsli. Sie beobachten, wie Ihre Frau die Zeitung weglegt und sich Ihrer Tochter zuwendet. Sie beobachtet sie eine Weile ohne Kommentar. Dann spricht sie leise: \u201ePaula, darf ich dich etwas fragen?\u201c Paula nickt mit vollem Mund. \u201eMir f\u00e4llt auf, dass du in letzter Zeit sehr oft in dich gekehrt, still und auch traurig wirkst. Magst du mir \/ uns erz\u00e4hlen, ob es einen Grund dazu gibt?\u201c Paula schaut vor sich und wirkt sehr ernst \u2013 zu ernst f\u00fcr ein 15-j\u00e4hriges M\u00e4dchen. Dann seufzt sie leise: \u201eAch, Mama. Ich bin so traurig. Die Mama von Isa ist so krank. Isa ist total fertig. Sie hat echte Schwierigkeiten in der Schule und noch nicht einmal Lust und ich glaub auch keine Kraft f\u00fcr s Schwimmen. Dabei stehen wir doch kurz vor den Landes-Meisterschaften. Ich wei\u00df nicht, ob Frau M. wieder gesund wird. Das macht mich total fertig. Ich w\u00fcrd so gern helfen. Doch ich f\u00fchl mich echt hilflos.\u201c Ihre Frau steht auf und nimmt Paula in den Arm. Behutsam sprechen Sie alle \u00fcber dieses traurige Thema. Sie finden keine wirkliche \u201eL\u00f6sung\u201c damit umzugehen, sp\u00fcren jedoch, dass es erleichternd ist und Kraft gibt, den Schmerz zu teilen. Ihr Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl ebnet Paula den Weg, ihre Freundin Isa unterst\u00fctzend zu begleiten.<\/p>\n<p><strong>Erkenntnis:<\/strong><\/p>\n<p>Sie erkennen wieder einmal, dass das Leben sich nicht berechnen l\u00e4sst. Und Sie werden sich bewusst, dass Ihre Mitarbeiter eventuell auch das ein oder andere \u201eP\u00e4ckchen zu tragen\u201c haben. Sie erinnern sich, dass Ihre Mitarbeiterin Frau K., einmal erw\u00e4hnte, dass sie Ihren Vater zu Hause pflege. Dem haben Sie damals keine weitere Bedeutung beigemessen. Nun reflektieren Sie, dass Sie Frau K. nie nach ihrem Vater und auch ihrem Befinden gefragt haben. Sie denken nun dar\u00fcber nach, dass Frau K. immer sehr pflichtbewusst und zuverl\u00e4ssig ihrer Arbeit nachgeht. Sie nehmen sich vor, das Gespr\u00e4ch mit ihr zu suchen. Darin wollen Sie Ihre Unterst\u00fctzung \u2013 zum Beispiel in dem Angebot von flexibleren Arbeitszeiten oder \u00e4hnlichem &#8211; anbieten. Sie sp\u00fcren, dass Sie ein gutes Gef\u00fchl dabei haben, sich als Vorgesetzter auch Ihrer F\u00fcrsorgepflicht bewusst zu sein und ihr nachzukommen. Sie erahnen, dass das auch von Ihrem Team bewusst zur Kenntnis genommen werden wird und zur Loyalit\u00e4t und Motivation beitragen wird.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Dr. Stephanie Robben-Beyer Sie sind aufgabenorientiert, betriebs-, und volkswirtschaftlich fundiert ausgebildet und nat\u00fcrlich technisch h\u00f6chst versiert. 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